leben wie eine dakini herz rot

Installation – loveART , Seelengold uvm.

Die Kunst gilt als Medium sich selbst viel besser kennenzulernen. Was bedarf es großer Worte, wenn Bilder diese sprechen können. Ab heute gibt es also visuelle Impressionen in all die Dinge, die man heute Kunst nennt.

seelengold - oil/wood - 2012 marytara
seelengold – oil/wood – 2012 marytara

Inspiriert zum Malen wurde ich durch einen Herren namens Goldmund.  Er wagte es sich so zu nennen , war er doch größter Fan vom Herrmann Hesse . Er drückte mir das Buch Narziss und Goldmund in die Hand und sagte: „Hier lies dieses und du weißt wer ich bin.“ Hm. Ich las es, ich las es gerne. Vielleicht war dieser Goldmund ein Teil von ihm, aber gewiss nur einer von vielen, wie ich über die Jahre erfahren sollte. Nun aber da auch Goldmund malte wie bessessen, begann auch ich endlich meine Kindheitsträume wahr werden zu lassen und mit Farben auf Leinwänden zu spielen. Warum Kindheitsträumè? Das berichte ich gerne. Gemalt habe ich natürlich schon immer sehr gerne. Wie es sich für meine ostdeutsche  Schulgeneration gehört, erhielt ich bei Zeiten Schulnoten für meine Bilder, welche meinen malerische Enthusiasmus bremsten. Dank „befriedigender“ Noten war ich nicht mehr überzeugt von mir und meine Freude verschwand. Meine Begeisterung für das künstlerische Schaffen anderer Persönlichkeiten begann mit Caspar David Friedrich. Ich hatte den Auftrag einen Vortrag über einen berühmten Maler zu halten. Da war ich 10 Jahre alt, vielleicht 11. Meine liebe Freundin Annabell und ich wir fanden dann dieses große Werk über Caspar David Friedrich. Er lebte und schaffte in unserer Heimat und ich war stillschweigend beeindruckt von der Klarheit und Stärke seiner Bilder. Ich studierte intensiv dieses wahrlich dicke Buch über ihn und hielt mit großer Begeisterung diesen Vortrag und präsentierte eine Vielzahl von Bildern. Die Freude blieb bei mir, meine Eltern nahmen es wohl kaum wahr.

 

Caspar David Friedrich, Cross in the Mountains (The Tetschen Altar) 1806/07

Niemand aus meiner bürgerlichen Mittelstandsfamilie hatte einen Sinn für Kunst. Meine Großmama hatte eine riesengroße Landwirtschaft zu betreuen, da gab es keinen Raum für solch unzweckmäßige Dinge. Die Mutter meines Vaters war gerade mal 18 Jahre jung, als sie sich auf die Flucht begab . Die Familie lies all ihr wertreiches Hab und Gut zurück und ihren Vater sah sie wohl niemals wieder. Auf sich allein gestellt, arbeitete sie im Lazarett und landete irgendwann bei einem Konditor, welcher schließlich ihr Mann werden sollte. Im Lesecafe Hartmann spielte Livemusik , das Tanzbein durfte sich schwingen und es gab kunstvoll verzierte Torten, doch das Interesse für Kunst blieb auch hier aus. Meine Eltern , welche in der ehemaligen DDR aufwuchsen , sind also weder durch ihre Eltern, noch durch die graue DDR im verschlafenem Mecklenburg Vorpommern dazu  inspieriert worden, sich mit Kunst auseinanderzusetzen. Ich war 15 Jahre als ich es wieder wagen wollte  etwas Neues in Richtung Kunst auszuprobieren.Das möchte wir im Zeitalter der Pubertät ja häufig. Ich blätterte in einem dieser bunten Werbeprospekte, von denen wir in den Jahren nach dem Fall der Mauer plötzlich überschwemmt wurden. Ich sah diese Staffelei, Ölfarben und eine Leinwand und stellte mir vor, was sich damit alles wunderbares kreieren lassen würde. Eine eigene Staffelei in meinem Zimmer. Eine tolle Vorstellung. Das sollte mein neues Hobby werden, damit wollte ich mich neu erfinden und meinen Drang nach Wirkung rauslassen. Es blieb bei der Vorstellung. Ich stellte den Wunsch meinen Eltern und meiner Großmama vor. Ich erinnere mich noch ziemlich genau an die Reaktion: „Kind wünsch dir doch was Ordentliches“.  Ich denke ich war zu zaghaft und doch noch immer geprägt von diesen schulischen Bewertungen, die mir sagten, ich bin nur „befriedigend“ – also war ich noch immer unsicher bezüglich meiner künstlerischen Fähigkeiten und lies mich von den Reaktionen meiner Familie beeinflussen. Ich protestierte nicht und wünschte mir schnell das  „Buch der Klosterheilkunde“ und was sonst noch so alltagstauglich durchging. Nun sollte es wieder 8 Jahre dauern bis ich Goldmund kennenlernte, welcher mich vor riesengroße leere weiße Leinwände stellte , mir dicke Pinsel in die Hand drückte , mir eine große Auswahl an Ölfarben in Dosen zeigte und sagte: „Bitteschön, dann male mal. Diese Leinwand ist für dich.“ Die Leinwand war größer als ich selbst. Aber ich begann zu malen. Ich begann die Welt der Kunst zu entdecken. Ich begann darin einzutauchen. Ich begann zu fühlen was es bedeutet eine Künstlerin zu sein.

 

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