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Leistung und Begeisterung – Mut zum Wandel!

Trauer durchzieht das meinige Gemüt. Ich versuche zu ergünden woher sie kommt. Ich suche Gründe in mir selbst und gebe mir Mitleid über das Misslingen meiner Traumvorstellung , die meinen noch jungen Kindern eine starke Familie als Wertegemeinschaft offeriert. Es misslingt und ich frage mich warum ? Und ich wünsche weiterhin und hoffe, doch wie lange kann ich dieses noch? Es gibt Zeiten, da bin ich stark in meiner Mitte, da liebe ich, da strahle ich, doch diese Zeiten scheinen mir gerade mal wieder so sehr fern zu sein. Meine Kräfte sind am Ende, ich suche Halt wo ich ihn nicht erhalten. Ich öffnete mein Herz und erntete Verletzungen, die mir immer wieder in den Sinn kommen. Es misslingt mir dieses auszublenden und nach vorn zu schauen. Vielleicht wähle ich den einfachen Weg, der mich leiden lässt . Verblendung. Festhalten. Ich gehe nicht, da es dann ein „WIR gehen“ wäre. Denn es sind hier zwei wundervolle Kindern, für die es Klarheit geben sollte , denen ich einfach nur ein schönes Leben, Kraft, Mut, Selbstbewusstsein und Liebe schenken möchte. Mein Lachen ist mir fern und während ich dies schreiben weine ich um das fröhliche Kind, dass es einst gab in mir. Unendliche Mühen gab ich mein Leben, ich folgte der Liebe und meinen Idealen, ich schenkte Zeit den guten Dingen, bescheiden gab ich mich gerne und oft mit wenig zufrieden. Ein einfaches Leben im EInklang mit der Natur, die mich zu meiner Harmonie und Mitte führt , ist es was mich glücklich macht und Freiheit spüren lässt. Das Wissen um den Schatz Natur das geb ich gerne weiter, vieles gebe ich so gerne weiter. Geben macht glücklich und leicht. Ich sage von mir, dass ich ein guter Mensch auf dieser Erde bin. Naivität wird dem guten Menschen gerne nachgesagt, ich sage dazu einfach Freude die an das Gute im Menschen glaubt. Es tut mir gut so zu handeln und diesem Weg zu folgen.

Immer mehr wird mir in vergangenen Tagen bewusst was dieses Wort „Leistungsgesellschaft“ bedeutet. Mir wird es bewusst als Mutter, als Vereinvorsitzende, als politische Engagierte, als weltoffene Akademikerin, als Wissenschaftlerin der Gesundheit, als Naturpädagogin, als Schamanin und vor allem als Ehefrau. Denn es ist mein eigener Ehemann der mich beschimpft, beleidigt, ungehalten rumkommandiert und unterdrückt. Immer wieder gerne mit dem Argument , dass ich untätig sei. Ich würde ihm „das Geld aus den Taschen“ ziehen, ihn „ausnutzen“, „Energie absaugen“ . Da ich keine Miete zahle, besäße ich keine Rechte, da ich kein Führerschein habe, ist es mir untersagt das Radio zu betätigen, auch wenn ich Kopfschmerzen hätte und die Lautstärke und Rhytmen mich gerade sehr bedrücken, mich darf man beleidigen auf eine Art und Weise wie ich Sie mir niemals hätte träumen lassen, dass ich eines Tages mit solche einem Mann zusammenleben würde. Es ist wahr, dass ich keine Miete zahle. Unsere Kinder sind erst seit vergangenem Oktober im Kindergarten, diesen haben wir  innovativem Naturkonzept getragen, dass es zuvor an unserem Wohnort nicht gab. Da weiß, wie wertvoll und prägend die ersten Lebensjahre von Kindern sind, kam für mich bei Fremdbetreuung in einer Institution nur ein solches Konzept in Frage. Da bin ich Idealist. Bis vergangenen Oktober betreute ich meine Kinder schließlich zu Hause. Ein halbes Jahr zuvor beendete ich mein Studium. Wahrhaftig Zeit für einen Job habe ich also seit November 2014, seitdem sind meine Kinder täglich 6 Stunden im Kindergarten. Es ist mir innerhalb eines halben Jahres nicht gelungen einen Job entsprechend meiner Qualifikation zu finden. Genau genommen suche ich sogar schon seit einem Jahr. Was macht das mit einem Menschen, der viele Jahre studiert hat, Kinder bekommen hat, seit seinem 13. Lebensjahr immer neben Schule oder Studium gearbeitet und Geld verdient hat. Es kann ihn zu Verzweiflung und Depression bringen . Ich bemühe mich sehr dies abzuwenden, da ich mein Leben lang eine Frohnatur gewesen bin, ein Mensch voller Optimismus, stets die Gedanken „Es wird alles gut“ im Gepäck, mit viel Vertrauen und Liebe ausgestattet um den Herausforderungen des Lebens zu begegnen. ICh entwerfe also ein Bild von mir, dass erkennt wie wertvoll Zeit für wirklich wichtige Dinge im Leben sein kann. Als wirklich wichtig empfinde ich DAS LEBEN. Die Schönheit des Lebens zu erkennen , Ehrfurcht und Wertschätzung für dieses einzigartige Leben zu entwickeln. Ich akzeptiere es also, dass ich den so lang ersehnten Job in einem gut bezahlten Angestelltenverhältnis nicht bekomme. Ich akzeptiere es auch, dass ich sehr wenig Geld zum Leben habe. Ich akzeptiere es nur 180 Euro im Monat zu verdienen bei einem kleinem Job, der durch den Aufbau des Kindergartens für mich übrig blieb. Ich akzeptiere es , dass dieser einzige bezahlte Job eine Putztätigkeit ist. Ich akzeptiere es, dass mein Traum von einer Promotion immer weiter in die Ferne zu rücken scheint. Ich akzeptiere das alles und gebe meine wertvolle dadurch gewonnene Zeit für meine Ideale aus. Ich engagiere mich für Kinder und Natur, ich besuche Flüchtlingsheime, ich bilde mich weiter, verbringe viel wertvolle Zeit mit meinen eigenen Kindern, nehme mir viel Zeit um gutes nahrhaftes Essen zuzubereiten, ich sammle Kräuter und Früchte in der Natur, trockene und konserviere sie auf verschiedenste Art und Weise. Ich übernehme den größten Teil der alltäglichen Haushaltsorganisation , sowie der Betreuung der Kinder. Ich mache das alles gerne. Bei Zeiten bin ich traurig, wenn ich mir dieses oder jenes nicht leisten kann. Wenn ich für meine Kinder etwas haben möchte, dass ich mir aber nicht leisten kann. Meistens frage ich dann meinen eigenen Papa, der unterstütz mich gerne. Meinen eigenen Mann frage ich selten um Geld. Wenn ich das tue, dann für Dinge des alltäglichen Lebens. Nahrungsmittel, Fahrkarte oder ähnliches. ICh vergaß zu erwähnen, dass ich weder einen Führerschein noch ein Auto besitze. Das tut der Umwelt und mir selbst wohl ziemlich gut. Innerhalb meines Wohnortes fahre ich ausschließlich mit dem Fahrrad oder gehe zu Fuß. Viele Menschen können es kaum glauben, dass ich noch nie den Bus benutzt habe, seitdem ich hier wohne. Mit all diesen Einblicken in mein Leben und Handeln möchte ich zeigen, wie ich damit umgehe, leider nicht den von mir gewünschten Job zu bekommen, den Job von dem ich während meiner Studienzeit immer träumte. Vielleicht habe ich diesen Job nicht, da ich kein Praktikum absolvierte. Nein ich absolvierte kein Praktikum, denn ich habe zwei Kinder betreut, einen Verein gegründet und ein gemeinnütziges Projekt aufgebaut. Auch heute noch fällt es mir schwer mein Schaffen am Geld verdienen zu orientieren. Leistung wird nur dann als solche erkannt, wenn sie Geld einbringt. Bei einem Großteil der GEsellschaft ist dieses der Fall. Leider auch bei meinem Ehemann. Das macht alles schwer und kompliziert, denn ich fühle mich zu wenig frei um mit Freude dieses Leben zu leben, zu lachen und sich für das Gute einzusetzen. In dem Maße wie ich kann. Denn es gilt nicht zu vergessen, dass ich ein Mensch bin. Ich bin ein Mensch. Keine Maschine. Als Mutter von zwei Kindern, die nur 6 Stunden im Kindergarten verbringen, gibt es sehr viel zu tun. Nehme ich meine Aufgabe ernst und möchte selbst integriete Bildung und Erfahrungserleben in den Alltag meiner Kinder einbringen , so kann ich mein Tag schließlich bis 23 Uhr dauern. Ich bin es leid mich rechtfertigen zu müssen für all das was ich tue. Es ist traurig, dass ich es vor allem tun muss vor meinem Ehemann. Das ist ganz schlimm und rüttelt an meinem stabilen Grundgerüst. Muss ich lauter Trauer offenbaren, dass ich erhielt bis heute nicht den Job mit dem vielen Geld, den ich zu erhalten einst erträumte. Muss ich Depressionen offenbaren, dass die Welt mir zuhört und vor allem, dass mein Mann mit Gleichmut , Unterstützung und Verständnis mir begegnet. Dass die Menschen sehen was geschieht und nicht was nicht geschieht. Wie kann ich dieses Geld nur lieben, wenn scheinbar Frieden davon abhängen soll? Warum wird der Wert eines Menschen an einer Vielzahl unnützer Taten bemessen, wenn diese denn nur artig das Konto auffüllen. Ein Absurdum diese Menschenwege. Wo ist die Wertschätzung der Frau, die sich verantwortungsvoll und ganz ausschließlich um den Haushalt und die Kinder kümmert? Stempeln wir diese als faul ab? Sagen wir ihr, welch unnützer Tätigkeit sie sich widmet? Wie dämlich ist denn dieses, wenn das von Natur gegebene gepflegt wird und verachtet?  Wir zählen nur etwas wenn wir unsere Kinder geben in Institutionen , wenn wir so viel arbeiten , dass wir Putzfrauen einstellen müssen und Gelder aufbringen für endlose Kinderbetreuungen? Das wunderbare an der gewonnnen Freiheit an heutigen Tagen, sollte doch sein, das wir wählen können zwischen vielen Optionen. Ein logische Konsequenz von weniger Lohnarbeit ist weniger Geld, mehr Zeit für Kinder, mehr Zeit um selber Dinge zu kreiieren, mehr Zeit für Schöpfung und Kreativität.  Viel Lohnarbeit hat wenig Zeit, zunächst mehr Geld, dass ich dann aber für Putzfrauen, Kindermädchen etc. ausgebe, weniger Zeit für langsame und ruhige schöpferische Akte . Besitze ich viel Geld und wenig Zeit, dann suche ich ein Spielzeuggeschäft auf. Besitze ich weniger Geld und viel Zeit, dann schaue ich mich bei mir zu Hause um und werde kreativ um selber etwas einzigartiges zu gestalten. Wir haben also die Wahl und das ist wunderbar. Um keinen Akt der Welt dürfen wir uns diese Wahl nehmen lassen und folgen weiterhin unserem Herzen. Es offenbart sich, dass ich dank meiner „unfreiwilligen“ Wahl viel an Erkenntnisgewinn erlange und auch dieser Weg sein Ziel und Sinn hat. Ich frage mich: Darf ich glücklich sein in der Öffentlichkeit auch ohne Lohnarbeit? Nur als verantwortungsvolle Mutter und öffentlich, politisch engagierte Lebenskünstlerin? Darf ich glücklich sein mit wenig Geld? Darf ich stark sein in meiner Position? Bei Zeiten kommt mir das Gefühl in meinem Haus, dass ich weinen muss und heulen viel darum, dass ich mich so bemühe und niemals einen für mich qualifizierten Job bekomme. Nur dann ernte ich eine Prise anhaltender Empathie von meinen Mann. Wie wenig Liebe ist da nur, wenn Mann beleidigend behauptet Frau sei faul und voller Geldesgier. Wie wenig nur erkennt er mich. Mich , die es bevorzugen würde in einer Hütte irgendwo am Wald oder in den Bergen zu wohnen. Mich, die gerne nur ganz wenig hätte, die eine spartanische Wanderschaft in der Natur einem Pauschalurlaub vorzieht. Diese Zeilen hier konnten wohl nur entstehen, da ich diesen Mann an, diesen sprunghaften Künstler an meiner Seite habe. Ist das Inspiration? Ich habe alsbald genug davon, denn ich möchte gerne wieder lachen, ganz einfach und ganz frei. Ganz unabhängig.

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