Kinder entdecken am Ufer

Alltag: Dinner am See – Brunch an der Spree

In der vergangenen Ausgabe des NEON MAGAZINS (05/2015) erblickte ich auf der Titelseite einen charmanten Text: „Kleine Fluchten. Fluss-Schwimmen – Dinner im Wald – Nachts Wandern.“ Für mich ist das essentieller Alltag. Ich gehe davon aus, dass dieses Magazin besonders gerne von Menschen in Großstädten gelesen wird. Von Menschen, die in einer kulturgestrickten sättigenden Umgebung leben, die sich jederzeit wandelt und dem Hipster oder Mainstream zu folgen hat. Da sind solche „Kleinen Fluchten“ absolut wertvoll! Wie bereits gesagt, sind sie für mich essentiell. Das dürfen sie auch, denn in Brandenburg gibt es eine allzu große Fülle an unberührter Wildnis . Am gestrigen Nachmittag führte meine Flucht mich zunächst zum Waldkindergarten, der von meinen Kindern besucht wird. Nachdem ich ein paar Stunden drinnen in unserem so kalten Atelier am Computer gesessen hatte, zwang es mich nach draussen. Ich beschloss also den warmen Frhlingstag zu nutzen um mit den Kindern direkt an den See zu laufen. Edward zeigte mir sogar einen neuen Weg, ein kürzeren Weg entlang eines Feldes. Sie seien diesen Weg im Kindergarten schon oft gegangen und er kennt ihn gut. Ich war überrascht und fasziniert zugleich, dass mir mein 5 jähriger Sohn den Weg zum See quer durch Feld, Wald und Wiese zeigt. Natürlich war es kein direkter Weg, denn wer mit neugierigen Waldkindern wandert, der wird erstaunt sein, wie oft sie stehenbleiben aufgrund einer Minimalentdeckung. Hier ein Mistkäfer, dort der Storchenschnabel, hier eine Jägerkamera und dort ein Krötenpaar. Ich nehme mir in solchen Momenten einfach Zeit, bleibe stehen und warte. Es gibt nichts Schöneres beobachtend darauf zu warten , dass die Kinder ihrer Neugier, Entdeckerfreude und Begeisterung nachgehen. Es ist absolut sinnvoll und nur richtig und gut für sie. Am See angekommen verweilten wir schließlich auf einem sonnigem Steg. Karla zog sich aus in Windeseile und sprang hinein ins kühle nass. Der Edward tat es ihr später gleich. Wir beobachten Entenküken, einen kleiner Frischling kam ganz mutterseelenallein vorbeigelaufen. Es ist uns bekannt in solch einem Momente achtzugeben, denn die Bache ist vielleicht nicht weit entfernt von ihrem Jungen. Edward und Karla waren ganz aufgeregt, einen kleinen Frischling hatten sie bisher nur im Tierpark gesehen, aber niemals hier an unserem Steg. Auf der anderen Seite des Sees verweilten zwei Graureiher am Ufer. Fische sprangen immer wieder mal hinaus. Ein Bad das gönnte auch ich mir. Ich schwamm hinaus und fühlte mich dem Wasser gleich. Unser Dinner hier unter hohen Bäumen, am Ufer des Sees ist eines von vielen, dass den Alltag und das Leben so unendlich lebenswert macht. Es gibt wohl kaum einen besseren Monat als den Mai um das neues Leben zu entdecken. Die Natur ist bereits erwacht im Märzen, doch das viele neue und prachtvolle Leben offenbart sich in Fülle dann im Mai.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Solve : *
20 × 5 =