Wildkräuter

Wild… Wilder… am Wildesten! – Superfood vor der Haustür!

Seit einiger Zeit kreist das Wort in aller hippen Munde: SUPERFOOD! Das klingt wichtiger und exotischer als es eigentlich ist. Ich nehme auch SUPERFOOD zu mir, denn es wächst vor meiner Haustür, es wächst an den Bahngleisen, es wächst im Park, es wächst in unseren Wälder, es wächst auf Wiesen und besonders gern auf großen Erdhügeln. Eigentlich an beinah allen Orten die ich hier in meiner einsamen Wildnis und Natur in Brandenburg aufsuche. Und da ich am Puls der Zeit lebe, weiß ich auch sehr genau wie gesund dieses SUPERFOOD ist und, dass ich kaum was besseres für meine Fitness tun kann als nach dem Glas Wasser am Morgen einen grünen Smoothie mit Wildkräutern, welche ich kurz zuvor gepflückt habe, zu genießen. Wow! Gesunde Ernährung muss also auch hier nicht teuer sein und gibt es schließlich ohne den Eintausch gegen Geld. Einzig und allein Lust, Bewusstsein und die Zeit dürfen da sein, sollten da sein.

 

Ich tausche auch hier das nicht vorhandene Geld gegen Zeit. Und ich schwöre, dass kein Geld der Welt einen so wertvolle Mahlzeit ersetzen kann. Ich könnte mir auch Moringapulver kaufen und es dem Smoothie beifügen. Das wäre bestimmt eine Aufwertung. Wäre es das? Ich müsste dafür Geld bezahlen, dass ich nicht habe. Denn noch immer bin ich auf der Suche nach dem bezahlten Job, der mir ein wenig mehr an Unabhängigkeit einbringt. Bis dieser hier erscheint sage ich DANKE für die kostbare Zeit. Es ist kaum so, dass ich nichts zu tun hätte. Ich arbeite und genieße den ganzen lieben Tag lang. Ich habe zwei Kinder, welche einen Waldkindergarten besuchen. Ich besitze kein Auto, ich fahre sie an jedem Morgen mit dem Fahrrad zum Kindergarten. Mein großer Blondschopf fährt bereits am liebsten selber. Seitdem er dieses neue leuchtend orangefarbenen Fahrrad hat, darf er das auch. Es besitzt sogar eine Gangschaltung, Riesenfahrspaß ist garantiert. Ich besitze kein Auto und keinen Führerschein, ihr lest ganz richtig. Damit bin ich wohl eine Rarität im Zeitalter der Mobilität, doch vermisse ich es kaum und kann damit auf der Nachhaltigkeitsskala bestimmt viele Punkte gewinnen. Ich bewege mich mehr, ich fahre regelmäßig mit der Bahn, ich pruste keine Abgase in die Luft, ich verbrauche keine Rohstoffe, die zur Herstellung von Autos benötigt werden, ich produziere keinen Autolärm, ich fördere die Bewegung meiner Kinder, ich lebe langsamer. Spontan fällt mir nur eine Negativkriterium ein: Fahre ich mit der Familie oder Freunden in den weit entfernten Urlaubsort per Auto, so kann ich beim Fahrdienst keine Unterstützung leisten und den Fahrer bei Zeiten ablösen. Das kritisiert natürlich besonders der Vater meiner Kinder. Nun, aber ich lasse mich davon nicht beirren. Es ist nicht so, dass ich abgeneigt wäre diesen Führerschein zu machen, doch bisher kam niemals die Notwendigkeit auf , dass ich mein sehr weniges Geld dafür zwingend investieren musste. Ich lebte viele Jahre in Berlin, zuvor die vielen Jahre in Schwerin. Beides gut erschlossenen Städte, welche mit dem Auto weniger bequem als mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu befahren sind. Ich träume von einer Stadt ohne Autos, die nur mit stillen Bussen und Bahnen zum Nulltarif zu befahren ist. Welch eine Stille würde wieder einkehren. Welch eine Entspannung und Verlangsamung würde der Großstadtmensch zurückgewinnen. Eine Utopie?

Nun, das gesammelte Superfood sind Wildkräuter erster Klasse. Heute sagte es mir auch mein Mondkalender, dass ein guter Tag zum Sammeln von Heilkräutern sei. Ich weiß nicht welche Planetenkonstellation es begünstigt, doch schaden kann es wohl kaum. Bereits meine Urgroßmutter lebte nach diesen Prinzipien und sammelte Kräuter in Hülle und Fülle. Sie verlor niemals ein Wort darüber, ich war ihr aber auf der Spur und staunte alljährlich über die Berge von Brennnesseln, die im Frühjahr sich in ihrem Schuppen türmten. Ich weiß nicht genau wie sie die jedes Jahr verarbeitet , zubereitet und zu sich genommen hat, doch ich weiß, dass sie 96 Jahre alt wurde und sich bis zum Ende ihrer Tage über die Senilität ärgerte, welche ihre um Jahrzehnte jüngeren Mitbewohner im betreuten Wohnen an den Tag legten.

 

 

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